"If they were Roommates" von Page Powars / Rezension
- Lisa (lisas_worldofbooks)

- 2. Aug.
- 2 Min. Lesezeit

Hey ihr!
Kennt ihr schon "If they were Roommates" von Page Powars?
Um was es geht:
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Charlie, der an der Valentines Akademie für Jungen einen Neuanfang wagen möchte. Er will möglichst unauffällig bleiben, kein Drama verursachen und vor allem verhindern, dass jemand erfährt, dass er trans ist. Doch sein Plan gerät schnell ins Wanken, als er sich ausgerechnet ein Zimmer mit Jasper Grimes teilen muss, einem Jungen, mit dem ihn eine gemeinsame Vergangenheit verbindet.
Während Jasper Charlie scheinbar nicht wiedererkennt, entsteht zwischen den beiden ein ungewöhnlicher Deal: Charlie hilft Jasper dabei, Liebesbriefe zu schmuggeln, und bekommt dafür die Aussicht auf ein Einzelzimmer. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto stärker kommen alte Gefühle zurück und Charlies größtes Geheimnis droht ans Licht zu kommen.
Die Charaktere:
Charlie ist ein sehr nahbarer und authentischer Charakter. Seine Ängste, sein Wunsch nach Sicherheit und sein Bedürfnis nach Zugehörigkeit werden sehr einfühlsam dargestellt. Ich konnte seine Gedanken und Entscheidungen gut nachvollziehen, auch wenn ich mir manchmal gewünscht hätte, dass er etwas mutiger für sich einsteht. Gerade sein innerer Konflikt macht ihn aber zu einer besonders berührenden Figur.
Jasper hat mich anfangs etwas an typische Klischees erinnert: laut, charmant und mit einer geheimnisvollen Ausstrahlung. Im Laufe der Geschichte bekommt er jedoch immer mehr Tiefe und zeigt Seiten, die man zunächst nicht erwartet. Besonders seine poetische Ader bringt eine schöne, sanfte Stimmung in die Geschichte und hat mir sehr gefallen.
Bei einigen Nebenfiguren hätte ich mir allerdings noch etwas mehr Hintergrund und Entwicklung gewünscht, da sie teilweise etwas oberflächlich geblieben sind.
Die Umsetzung:
Die Geschichte lebt vor allem von ihren Emotionen und weniger von großer Spannung. Der Fokus liegt auf den Charakteren, ihren Gefühlen und der persönlichen Entwicklung. Besonders Charlies Angst davor, entdeckt zu werden, sowie seine Suche nach Akzeptanz und einem sicheren Platz haben mich sehr bewegt.
Einige Handlungsentwicklungen waren allerdings recht vorhersehbar. Vor allem die romantische Dynamik zwischen Charlie und Jasper konnte man teilweise früh erahnen, wodurch an manchen Stellen etwas Spannung verloren ging.
Trotzdem schafft es das Buch, wichtige Themen wie Identität, Vertrauen und Selbstakzeptanz sensibel zu behandeln. Es zeigt eindrücklich, wie schwierig es sein kann, man selbst zu sein, wenn das eigene Umfeld nicht immer als sicher empfunden wird.
Mein Fazit:
Eine emotionale und wichtige Geschichte über Identität, Vertrauen und die Suche nach dem eigenen Platz. Auch wenn die Handlung an einigen Stellen vorhersehbar war und manche Nebenfiguren mehr Tiefe verdient hätten, konnten mich vor allem die Charaktere und die gefühlvolle Erzählweise überzeugen.
Ich würde das Buch allen empfehlen, die gerne charaktergetriebene Geschichten lesen und sich für LGBTQ+-Themen interessieren oder einfach eine gefühlvolle Internatsgeschichte mit einer romantischen Note suchen.
Die Geschichte bekommt von mir 4 von 5 Sterne.
Das Buch ist ein Rezensionsexemplar der Bloggerjury.



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